Neues Klinik-Gebäude: 1200 Mahlzeiten verlassen nun täglich die Großküche

 

09.07.2012 04:28 Uhr

Von Julia Angelov

 

 

Ein sechs Millionen Euro teures Gebäude beherbergt die Küche, Werkstätten und das Datenzentrum im Harzklinikum in Wernigerode. Am Mittwoch fällt der Startschuss für den Betrieb in dem Neubau auf dem Gelände in der Ilsenburger Straße.

 

Wernigerode l 1200 Portionen werden ab Mittwoch Tag für Tag den neuen, modernen Bau auf dem Gelände des Harzklinikums in Wernigerode verlassen. Die alte Küche im Hauptgebäude hat ausgedient, sie wird geschlossen. Aus ihr soll laut Klinikchef Dr. Peter Redemann ein Materiallager werden.

 

Die Mahlzeiten für Patienten und Personal kochen fortan die Mitarbeiter der Zentralküche im Quedlinburger Teil der Klinik. In Wernigerode werden die Speisen angeliefert, dann in dem neuen Gebäude portioniert, aufgewärmt und auf insgesamt 26 Speisewagen verteilt, mit denen das Essen bis an die Patientenbetten gebracht wird. Über einen Tunnel rollen die Mitarbeiter die Wagen ins Hauptgebäude. Und zwar trockenen Fußes - nicht durch Regen oder Schnee, was für das Personal eine goße Erleichterung ist. Über die Speisenverteilung wacht Iris Meyer. Sie leitet das Versorgungsmanagement. Zur Übergabe am vergangenen Freitag gewährte sie Personal und Besuchern einen einmaligen Einblick in ihr Reich.

 

Der unterirdische Weg, der den neuen Bau mit dem Hauptgebäude verbindet, ist nur eine Besonderheit. Auch die Übergabestation für die Fernwärme ist in dem Trakt untergebracht. "Man würde nicht untertreiben, wenn man das Gebäude als Logistikzentrale bezeichnen würde", sagte Redemann.

 

Denn während im Keller die Speisen verteilt werden, bietet das Erdgeschoss Platz für eine geräumige Apotheke. In der oberen Etage sind Werkstätten. Schulungsräume und die Büros der Mitarbeiter der allgemeinen Datenverarbeitung angesiedelt. Sie konnten es kaum erwarten, ihr neues Domizil zu beziehen, waren sie doch während der Bauphase in einem Wohncontainer untergebracht, den das Personal scherzhaft als "Blechbüchse" bezeichnete.

 

Zwei Jahre Planung waren dem Bau vorausgegangen, der noch einmal zwei Jahre dauerte und sechs Millionen Euro kostete. Die Summe wurde vom Sozialministerium bereitgestellt. Udo Rönspeck, der leitende Architekt von einem Braunschweiger Büro, hat gestalterisch großen Wert darauf gelegt, dass die verschiedenen Tätigkeitsbereiche im Gebäude auch optisch voneinander unterschieden werden können. Die Metallverkleidung am Haus steht für den technischen Trakt. Der Putz ist dort angebracht, wo sich die Büros befinden, und wo Ziegel außen sichtbar sind, ist das Lager.

 

Der neue Techniktrakt ist der Beginn einer größeren Umgestaltung der medizinischen Infrastruktur in den nächsten Jahren, die weitere 26 Millionen Euro kosten soll.

 

 

 

Volksstimme 07/2012

  

 

Iris Meyer zeigt im Harzklinikum Besuchern die Räume, in denen von Mittwoch an die Speisen portioniert werden. | Foto: Julia Angelov

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