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MHH-Klinik für Nuklearmedizin nimmt hochmodernes Diagnosegerät in Betrieb / Zentrum für 6,9 Millionen Euro saniert

 

Von Juliane Kaune

 

Frühzeitige medizinische Diagnosen sind wichtig, um Krankheiten bestmöglich heilen zu können. Die Medizinische Hochschule (MHH) hat jetzt ein Gerät in Betrieb genommen, mit dem eine besonders große Bandbreite von Untersuchungen möglich ist. Mit dem 2,4 Millionen Euro teuren sogenannten Positronen-Emissions-Tomografen (PET), der molekulare Strukturen sichtbar macht, lässt sich zum Beispiel erkennen, ob bei Krebspatienten eine Chemotherapie Wirkung zeigt oder ob bei Herzpatienten eine Bypass-Operation nötig ist. Auch Demenzerkrankungen wie Alzheimer können mithilfe der speziellen bildgebenden Verfahren diagnostiziert werden, bevor sich klinische Symptome einstellen. Nach den Worten von Prof. Frank Bengel, Direktor der Klinik für Nuklearmedizin, verfügt die MHH nun über das modernste PET in Niedersachsen.

 

Gestern wurde nicht nur das neue Hochleistungsgerät in Betrieb genommen. Das gesamte PET-Zentrum der Klinik ist für 6,9 Millionen Euro modernisiert worden. Das Geld hat das Land zur Verfügung gestellt. Zu dem Sanierungsprogramm gehört auch die dem PET-Zentrum angegliederte Therapiestation mit zehn Zimmern, in denen bis zu zwölf Patienten mit radiopharmazeutischen Medikamenten behandelt werden, um Schilddrüsenerkrankungen zu therapieren. Insgesamt verfügen beide Einrichtungen über eine Fläche von 1100 Quadratmetern für Diagnostik und Therapie. Im bisherigen PET-Zentrum wurden rund 1200 Patienten pro Jahr untersucht. Die Kapazität soll schrittweise gesteigert werden. In den neu eingerichteten Räumen sei genug Platz, um zwei weitere Diagnostik- Hochleistungsgeräte aufzustellen, sagt Klinikleiter Bengel. Die Finanzierung ist indes noch nicht gesichert. „Medizinische Großgeräte dieser finanziellen Dimension können sich Universitätskliniken aus ihren Budgets nicht mehr leisten“, betont MHH-Präsident Prof. Dieter Bitter-Suermann. Daher sei eine verlässliche Bund-Länder-Finanzierung für solche Projekte nötig.

Noch werden rund 80 Prozent der PETUntersuchungen bei Patienten vorgenommen, die stationär in der MHH untergebracht sind. „Wir würden gern mehr ambulante Patienten behandeln, aber die Kassen bezahlen die Diagnostik für diese Fälle noch nicht hinreichend“, erklärt Bengel. Geplant ist zudem, die Therapiestation so auszubauen, dass dort nicht nur Schilddrüsenpatienten versorgt werden können, sondern auch Betroffene mit verschiedenen Tumorerkrankungen.

 

 

Hannoversche Allgemeine Zeitung 02/2013

 

Sie begutachten das neue PET-Gerät: MHH-Vizepräsident Andreas Tecklenburg (v. l.), Strahlenschutzbeauftragte Lilli Geworski, Klinikleiter Frank Bengel und Vizepräsident Holger Baumann.

 

© Körner

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