Familienklinik gehört zu den Besten im Land

 

1.662 Geburten im Detmolder Krankenhaus

 

 

Detmold (te). Die neue Familienklinik in Detmold erfreut sich offenbar bei Müttern großer Beliebtheit. Sie gehört ein Jahr nach dem Start zu den zehn Kliniken mit den meisten Geburten in Nordrhein-Westfalen. 1.662 Kinder wurden im vergangenen Jahr in Detmold geboren. Das sind laut einer Statistik des Kindernahrungsherstellers Milupa mehr als am Uniklinikum Bonn (1.603). In Ostwestfalen-Lippe liegt Detmold in der Statistik auf Platz zwei hinter dem St.-Vincenz-Krankenhaus Paderborn (1.768).

 
Für den Chefarzt der Familienklinik, Prof. Dr. Thomas Brune, und Klinik-Geschäftsführer Peter Schwarze ist damit ein Ziel in der Neuausrichtung der Klinik schon erreicht. Die Gründung des Perinatalzentrums (Medizin für Schwangere und Neugeborene) sowie die Zusammenlegung von Geburts- und Kinderklinik sei der richtige Weg. Die Zahlen zeigten, dass die enge Verzahnung der Disziplinen als deutliche Verbesserung der Versorgung wahrgenommen werde, bilanzierten beide zum "Einjährigen" der Familienklinik. Neubau und Zentrierung des Angebotes seien die richtigen Entscheidungen gewesen.
 
Neben dem Perinatalzentrum sieht Brune ein weiteres wichtiges Arbeitsfeld der Klinik im Bereich der so genannten "Familienbedingten Erkrankungen". Mittlerweile sei bei etwa 50 Prozent der Befunde bei Kindern- und Jugendlichen in der Klinik ein psychosomatischer Hintergrund wahrscheinlich, 80 Prozent der jugendlichen Patienten auf der Intensivstation hätten einen Suizidversuch unternommen oder angedeutet, nannte Brune alarmierende Zahlen. Hintergrund seien häufig schwierige Familien- und / oder soziale Verhältnisse. Brune: "Hier müssen wir nicht nur die Kinder behandeln, sondern auch die Umgebung." Das höhere Durchschnittsalter der Schwangeren und eine Zunahme künstlicher Befruchtungen führe ebenfalls zu neuen Krankheitsbildern wie Altersdiabetes bei Jugendlichen.
 
Die Familienklinik müsse deshalb auch die Verbindungen zu anderen Hilfsangeboten schaffen und sicherstellen, dass die Kinder und mit ihnen die Familien nicht in ein "schwarzes Loch" fielen, sondern auch nach dem Verlassen der Klinik im Fokus der Hilfeleister blieben. Das, so merkte Landrat Friedel Heuwinkel an, sei auch aus dem Aspekt der Jugendhilfe wichtig. Es werde dazu führen, dass mehr Kinder und Jugendliche ihren Weg selbstständig gehen können.
 
In der allgemeinen Kinderheilkunde habe man die Fallzahlen gehalten. Allerdings habe man das ambulante Angebot eingeschränkt. Brune: "Wir haben hier noch eine gute Versorgung durch die niedergelassenen Ärzte, denen wollen wir keine Konkurrenz machen." Ausbauen will Brune indes die Kinderkardiologie-Ambulanz in Kooperation mit dem Herzzentrum Bad Oeynhausen. Detmold wolle ein Regionalzentrum für die Behandlung angeborener Herzfehler werden.

 

 

Niedrige Werte bei Kindersterblichkeit:
Die meisten Kinder in Nordhrein-Westfalen kommen laut Milupa-Statistik im Essener Elisabeth-Krankenhaus zur Welt. 1.962 kleine Erdenbürger wurden dort im Jahr 2012 geboren. Es folgen große Kliniken im Rhein-Ruhr-Raum, auf Platz 9 dann das Paderborner St.-Vincenz-Krankenhaus und danach die Familienklinik Lippe. Fast 100 Kinder sind 2012 in der Klinik mehr auf die Welt gekommen als 2011 in den damals noch zwei Geburtskliniken Detmold und Lemgo zusammen. Nach Angaben von Prof. Dr. Thomas Brune erreicht die Detmolder Klinik bei der Kindersterblichkeit bis fünf Jahren sehr niedrige Werte. Sie lägen bei 2,5 Fällen auf 1.000 Lebendgeburten und damit nur halb so hoch wie im Umkreis. Die durchschnittliche Kindersterblichkeit in Deutschland beträgt laut Internet-Lexikon Wikipedia 3,8 Fälle. Auch das zeigt laut Brune, dass das Konzept der lippischen Klinik aufgeht. Deshalb habe man auch den renommiertesten Geburtshelfer der Region, Privat-Dozent Dr. Andreas Luttkus, als neuen Chefarzt der Frauenklinik gewinnen können. (te)

Lippische Landeszeitung 02/2013

 

 

Anastasia Günay (23) aus Pivitsheide hat am Donners-

tag, 14. Februar, Jamie in Detmold zur Welt gebracht. Mama und Sohn (3.840 Gamm, 52 Zentimeter) fühlen sich wohl in den neuen Räumen.  | Foto: Engelhardt

 

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