Fontheim startet Millionenprojekt

 

Auf Liebenburgs Klinikgelände entsteht ein neues Pflegeheim – Abriss der Gemeinschaftshalle beginnt


Von Andreas Gereke 

 

Liebenburg. Millioneninvestition in der Fontheim-Klinik: Ende des Monats beginnt der Abriss der fast 50 Jahre alten Gemeinschaftshalle.
An ihrer Stelle entsteht ein neues, dreigeschossiges Pflegeheim. Der erste Spatenstich soll Anfang November erfolgen, die Fertigstellung
ist für Ende 2018 vorgesehen. „Wir haben auf dem Klinikgelände nicht die Möglichkeit, in die Fläche zu bauen, also müssen wir in die
Höhe gehen“, erläutert Geschäftsführer Michael Pankratz die Pläne. „Es wird kein normales Pflegeheim, sondern speziell eines für gerontopsychiatrisch
Erkrankte“, fügt Hans-Christian Fontheim, geschäftsführender Gesellschafter, an.

 

Stellung als Nummer 1

 

Damit trage die Klinik dem demografischen Wandel Rechnung und der Tatsache, dass die Zahl derer, die an Demenz erkranken, größer werde. „Mit dem Neubau wollen
wir unsere Stellung als Nummer 1 auf dem Gebiet der Gerontopsychiatrie ausbauen. Wir wollen in der Region Vorreiter für die Versorgung pflegebedürftiger
Menschen mit Demenz und anderen psychiatrischen Erkrankungen sein“, ergänzt Pankratz. „Der Neubau soll unser gerontopsychiatrisches Zentrum stärken
– das Angebot reicht von ambulanter Akutbehandlung bis zu professioneller Pflege“, so Fontheim. Da an Demenz Erkrankte sehr mobil seien, werden die Wohngruppen,
in denen die Patienten untergebracht werden, um zwei Tageslichtdurchflutete Innenhöfe herumgebaut. „Das bedeutet mehr Fläche pro Person, aber auch höhere Baukosten“, sagt Pankratz. Er spricht von insgesamt rund 12,5 Millionen Euro, die der Neubau kosten wird. Fördergelder fließen nicht. Zwei Jahre Planungszeit stecken in dem Projekt. Leitbild soll die private Wohnung sein, um für die Patienten vertraute Erfahrungen fortzuführen. „Das neue Heim wird 83 Plätze bieten, damit steigern wir unsere Kapazität an Heimplätzen insgesamt um 20 Plätze“, sagt Fontheim. Auch einige Arbeitsplätze werden geschaffen. Die Klinik ist Liebenburgs größter Arbeitgeber, beschäftigt derzeit rund 600 Mitarbeiter, hinzu kommen 100 weitere als Reinigungspersonalangestellte. Einher geht der Neubau des Pflegeheims mit einer Ertüchtigung des alten Kesselhauses. Auch die Versorgung muss der neuen Dimension der Klinik angepasst werden – so werden beispielsweise für die Notstromversorgung neue Motoren eingebaut.
Kostenpunkt dieser Baustelle: rund 2 Millionen Euro. Seit Mitte August laufen bereits die Bauarbeiten auf dem Klinikgelände – Versorgungsleitungen müssen
verlegt werden, die alte Gemeinschaftshalle wird vor ihrem Abbruch entkernt.

 

Weitere Projekte

 

Mit der Halle, die auch für Konzerte und Theaterstücke genutzt wurde und die auch ein Anlaufpunkt für die Liebenburger Bevölkerung war, verschwindet ein Stück Ortsgeschichte. „Wir sind uns des Klinik übergreifenden Charakters des Gebäudes und unserer Verantwortung bewusst“, sagt Pankratz. Aus diesem Grund existierten auch Überlegungen, anstelle des derzeitigen Hauses 2 und 3 an der Lindenstraße etwas Neues zu errichten, in dem ein Saal untergebracht werden könnte. Zeitfenster zur Realisierung dieses Vorhabens: ab 2019 nach Fertigstellung des neuen Heims. Das sind aktuell aber noch immer nicht alle Bauprojekte bei „Fontheim“. So entsteht in der Poststraße ein Appartmenthaus, das der Eingliederungshilfe dienen soll. „Ziel ist es, dass nach einem Auszug dort die Patienten wieder lernen, in einer eigenen Wohnung leben zu können.
Für diesen Zeitpunkt werden sie trainiert, um sich wieder im Leben zurecht finden“, sagt Fontheim. Außerdem lässt die Klinik ihr Gebäude in der Lewerstraße sanieren, das dem betreuten Wohnen dient. Die Gesamtkosten für beide Projekte belaufen sich auf weitere rund 1,3 Millionen Euro.

 

 

 

Goslarsche Zeitung 19/09/2016

 

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