Vortrag von Joachim Welp


Titel: Beitrag des Krankenhausbaus für die Krankenhaushygiene

 

Die Architektengruppe Schweitzer + Partner beschäftigt sich seit 60 Jahren mit dem Krankenhausbau.

 

Seit 1972 hatten sich die sogenannten „Krankenhausbauer“ in einem Arbeitskreis, die AKG, zusammengefunden um sich über diese anspruchsvolle Bauaufgabe auszutauschen. Heute befinden sich ca. 80 Planungsbüro im AKG, die für mindestens 80% der in Deutschland geplanten und gebauten Krankenhäuser verantwortlich sind.

 

Die gemeinsamen Arbeitsmittel der Krankenhausbauer sind z.B. die DIN 13080 für die Gliederung der Funktionsstellen und die Zielplanung, die eine Masterplanung für die Entwicklung eines Klinikstandortes für einen Zeitraum von ca. 10 Jahren vorzeichnet.

 

Schon in den frühen Projektphasen werden die Belange der Krankenhaushygiene und des Infektionsschutzes mit allen Planungsbeteiligten diskutiert. In den unterschiedlichen Regionen kommt es bei vergleichbaren Planungsaufgaben, mit der Begründung der Infektionsprävention, zu unterschiedlichen Lösungen.

 

Beispielhaft werden folgende Funktionsstellen benannt:

1. Zentrale Notaufnahme, Aufnahme infektiöser Patienten

2. Intensivabteilungen, Anteil von Einzelzimmern

3. OP-Abteilung, Sterilgutversorgung

 

 

Hauptthemen in den Gesprächen mit den Krankenhaushygienikern sind z.B.:

 

1. Trennungen von reinen und unreinen Bereichen,
    Wegeführung

2. Desinfektionsmöglichkeiten

3. Der Umgang mit Patienten, die sich bereits mit einem
    multiresistenten Erreger infiziert haben. Oder Schutz
    der Patienten vor Bakterien, die den Menschen
    natürlicherweise besiedeln, über den Weg einer Wunde
    aber zu einer „Krankenhaus-Infektion“ führen können.

 

Eine Herausforderung, gerade für den Krankenhausbau, ist die Fragen der Nachhaltigkeit. Die Klinikbetreiber wünschen sich das Green Hospital. Wir können die Häuser so planen, dass sie aufgrund ihrer Konzeption, ihrer Flexibilität, ihrer Attraktivität für die Patienten und für die Mitarbeiter, für viele Jahre eine hohe Akzeptanz haben und damit auch nachhaltig sind, aber bei der Frage „welchen Beitrag liefert das Gebäude zur Verbesserung der Biosphäre“ müssen wir zurzeit noch passen.

 

Ein weiterer Wunsch der Klinikbetreiber ist das Lean Hospital, das Krankenhaus als eine hoch effiziente Maschine. Die anstehende Baumaßnahme soll einen Beitrag dazu leisten, mit der medizinischen Versorgung der Patienten einen ausreichenden Ertrag zu erwirtschaften. Die gesuchten schlanken Arbeitsabläufe und die Prozessoptimierungen stehen dabei oft im Widerspruch zu den Vorgaben der Infektionsbekämpfung.

 

In der Entwicklung des Krankenhausbaus von den ersten Gesundheitsbauten, über die Pavillonbauten, stehen wir heute an der Schwelle eines digitalen Zeitalters. „Wir bauen einen Computer von der Größe eines Planeten“. Heute haben wir die Fitness-Bänder und sammeln medizinische Daten. Angesichts des hohen Innovationsdrucks und einer Technisierung der Medizin werden wir in absehbarer Zeit die Software gestützte Diagnose, z.B. in der Radiologie und die robotergestützten Operationen haben. Vielleicht verbleiben von den riesigen Gebäuden die wir heute bauen, in Zukunft nur noch Rest-Krankenhäuser.

 

 

Fazit:

 

Der Krankenhausbau spiegelt den heutigen Stand unseres Wissens, in der Medizin, den Naturwissenschaften und dem Ingenieurswesen.

 

Diese Gebäude werden ca. 40 -50 Jahre für die Medizinische Versorgung genutzt.

 

Wir benötigen einen Austausch mit der Forschung, um diese Bauten annähernd zukunftssicher zu machen.

 

 

 

Strategy Conference Infect Control 2020

 

 

 

 

 


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